Die doppelte Herausforderung: Schmalz und Kondensfeuchtigkeit
Hörsysteme – ob Im-Ohr-Geräte (IdO) oder Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO) mit maßgefertigtem Ohrpassstück (Otoplastik) – sind im Alltag anspruchsvollen Bedingungen ausgesetzt. Durch die Körperwärme und das natürliche Schwitzen kondensiert Feuchtigkeit in den Schläuchen und Hohlräumen. Gleichzeitig kommt das Gerät stetig mit Ohrenschmalz in Berührung.
Wird das System nicht regelmäßig gereinigt, können die winzigen Schallaustrittsöffnungen oder Mikrofone verstopfen: Der Ton wird leise, verzerrt oder fällt ganz aus.
Die tägliche Abendroutine für Hörgeräteträger
Gerät sanft mit Spezialtuch abwischen
Wischen Sie Gehäuse und Otoplastik jeden Abend nach dem Herausnehmen mit einem trockenen, weichen Tuch oder einem herstellerkonformen Reinigungstuch ab. Vermeiden Sie herkömmliche Haushaltsreiniger oder Alkohol, da diese die Oberflächenbeschichtung angreifen können.
Cerumenschutzfilter kontrollieren
Die meisten Hörgeräte besitzen am Schallaustritt einen kleinen Kunststoff- oder Metallfilter (Cerumenfilter). Prüfen Sie mit einer Lupe oder gutem Licht, ob dieser durch Wachs verstopft ist. Ist der Filter belegt, tauschen Sie ihn gemäß der Anleitung Ihrer Hörakustikerin bzw. Ihres Hörakustikers aus.
Über Nacht in die Trockenbox legen
Feuchtigkeit ist der Feind elektronischer Bauteile. Bewahren Sie Ihre Hörgeräte über Nacht bei geöffneter Batterielade (sofern Batterien genutzt werden) in einer Trockendose mit Kieselgel-Trockenkapsel oder in einer elektrischen UV-Trockenstation auf. Dies verlängert die Lebensdauer erheblich.
Pflege des Gehörgangs bei dauerhafter Gerätenutzung
Weil das Ohrstück den Gehörgang stundenlang verschließt, kann das Cerumen nicht wie gewohnt ungehindert nach außen wandern. Hörgeräteträger neigen daher statistisch häufiger zur Entstehung von Schmalzpfropfen.
Versuchen Sie auch hier niemals, mit Stäbchen im Ohr zu stochern. Ein regelmäßiger Kontrolltermin (alle 3 bis 6 Monate) in der HNO-Praxis zur professionellen Gehörgangsinspektion und -reinigung ist für Hörsystemträger die beste Vorsorge gegen Entzündungen und Druckstellen.
In fast allen Fachgeschäften für Hörakustik (z. B. in München, Köln, Frankfurt oder Berlin) gehört die professionelle Ultraschallreinigung von Otoplastiken und die Filterkontrolle zum kostenfreien oder kostengünstigen Kundenservice. Nutzen Sie diesen Service regelmäßig.